Gestalt und Symbolik der Dreifaltigkeitskirche - Seite 2 von 5
 
Das bunte Glasfenster im  W i n d f a n g   stammt aus der Ausstattung unserer alten Kirche. Der Münsteraner Künstler Manfred Espeter hatte seinerzeit dafür die Fenster  geschaffen. Heute wird bei einem Sterbefall in der Gemeinde hinter diesem Fenster am Abend ein Licht aufgestellt, um zum Gebet für den Toten einzuladen.  

Durch eine Glastür betreten wir das  Innere   der  Kirche. Wir befinden uns in einer Art Vorkirche, wie sie in griechischen Kirchen üblich ist. Hier im Narthex  sind die vierzehn Stationen des Kreuzweges Jesu angebracht und laden zum betrachtenden Verweilen ein.  
Eine große Bilderbibel liegt aus zur stillen Meditation des Wortes Gottes.  
Nach links gibt der Narthex durch einen kleinen Rundbogen den Blick frei auf die Pieta  -  ein altes Holzbild der Gottesmutter Maria, die ihren toten Sohn Jesus auf dem Schoß trägt. Nach altem Brauch zünden die Gläubigen in persönlichen Anliegen vor diesem Bild Lichter an. In der Nähe der Pieta befindet sich der Grundstein unserer Kirche. Nach rechts öffnet sich der Narthex  ebenfalls durch einen kleinen Rundbogen zur Orgel hin und führt von dort zur Sakristei.  

       

Zum   K i r c h e n r a u m    hin öffnet sich der Narthex in drei großen Rundbögen. Durch den mittleren betreten wir den Gottesdienstraum und blicken zum Altar. Um ihn sind die Bankreihen im Halbrund angeordnet und durch eine umlaufende Bank im Chorraum zu einem Kreis um den Altar herum geschlossen.  

Der   A l t a r  ist deutlicher Mittelpunkt des Kirchenraumes  -  wie der gesamten Gemeinde und die Kirche überhaupt. Vornehmlich die Eucharistie, die wir hier feiern, bezeichnet die Mitte unseres Glaubens. „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“ Das Mahl, das wir hier feiern, ist nicht nur Gedächtnis an das historische Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern; es ist Christus selbst, der seiner Gemeinde gegenwärtig bleibt als der Auferstandene: „Ich bin bei euch alle Tage ...“ und der uns eine Zukunft eröffnet hat beim „ewigen Hochzeitsmahl“ im „himmlischen Jerusalem“ bis zur „Vollendung der Welt“.

„In der irdischen Liturgie nehmen wir vorausschauend an jener himmlischen Liturgie teil, die in der himmlischen Stadt Jerusalem gefeiert wird, zu der wir pilgernd unterwegs sind.“

(II. Vaticanum, Konstitution über die Hl. Liturgie)  

Hier um den Altar versammeln sich die unterschiedlichsten Menschen. Sie kommen von draußen: aus ihrer Arbeit, aus der Unruhe des Alltags, sie kommen in Bedrängnis und Not, sie kommen in Freude und Dankbarkeit. Sie kommen und sammeln sich um ihren Herrn; sie werden eins mit ihm und untereinander. Hier am Altar finden wir Ruhe und Orientierung, unser Leben ordnet sich auf Christus hin als dem ruhenden Pol. Unser Herz findet Frieden.

Gestärkt mit dem heiligen Brot der Eucharistie, werden wir von hieraus wieder in den Alltag gesandt: „Gehet hin in Frieden!“, um mitzuwirken an der Ausrichtung der Welt auf Christus hin.  

Unser Altar zieht den Blick auf sich durch die schweren, fast unbearbeiteten Granitblöcke, aus denen er errichtet ist. 
Die Quader des Unterbaus stammen aus der abgebrannten alten Stadtkirche in Jever. Sie war einst die Taufkirche des hiesigen Raumes. So werden wir erinnert, dass wir mit unserem Glauben nicht bei Null anfangen. Wir stehen auf friesischem Boden in einer jahrhundertealten Glaubensgeschichte. Unübersehbar ist die Zahl der Menschen vor uns, die im Blick auf Jesus Christus das Wagnis des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe eingegangen sind. Auf dem Unterbau aus vier Granitquadern verschiedener Färbung ruht die tonnenschwere Mensa. Sie war vor Jahrzehnten als Grabstein für eine Schaustellerfamilie in Auftrag  gegeben worden, wurde dann aber nie benutzt und geriet nahezu in Vergessenheit in der Abstellecke eines Steinmetzes. Als wir sie  durch Zufall dort entdeckten, kamen uns die Worte des Schrift in den Sinn: ... und sie legten ihn in ein frisches Grab.“