Gestalt und Symbolik der Dreifaltigkeitskirche - Seite 1 von 5
 
„Die Gottesdiensträume und alles, was dazu gehört, sollen in jeder Hinsicht würdig sein, Zeichen und Symbol überirdischer Wirklichkeit. Form und Schönheit des Raumes wie auch seine Ausstattung sollen die Frömmigkeit fördern und auf die Heiligkeit der Mysterien, die hier gefeiert werden, hinweisen.“
(Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch)  
 
Es gibt kein größeres Fest, als wenn Gott selbst uns Menschen einlädt, an seinem Tisch Platz zu nehmen und zu essen von seinem Brot und zu hören auf sein Wort.  -  Der Mensch wird so eins mit Gott. Das ist einzigartig und durch nichts im Himmel und auf der Erde zu überbieten. Diese Wirklichkeit bedarf eines äußeren Rahmens, in dem sie gefeiert wird. Natürlich wird der damit verbundene Aufwand sofort unglaubwürdig, wenn er nicht in eins geht mit unserem Dienst an den Nöten und Bedrängnissen unserer ärmeren Schwestern und Brüder bei uns im Land und in aller Welt.  

Die Wirklichkeit unserer Erlösung durch das Ostern Jesu Christi und die Realität seiner notleidenden Schwestern und Brüder schließen einander nicht aus  -  sie sind vielmehr Gabe und Aufgabe der christlichen Gemeinde. Erst die Hoffnung auf die neue Welt Gottes, das himmlische Jerusalem, gibt uns immer wieder den langen Atem, den wir brauchen, um nicht im Kampf gegen die Not der Menschen zu resignieren.
Diesen Zusammenhang gilt es, „im Hinterkopf“ zu haben, wenn wir uns nun daran machen, unsere Kirche zu beschreiben.  

 

Der  V o r p l a t z   ist Versammlungs-, Fest- und vor allem Sammlungsplatz. Er soll uns nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich sammeln, um uns auf die Begegnung mit Gott einzustimmen. Deshalb haben wir ihn um einen großen Kreis herum angelegt. 
Wir betreten ihn von Norden her, nach Osten öffnet er uns den Zugang zum Kirchenraum, durch den er mit seiner gleichartigen Pflasterung verbunden ist. Nach Süden führt der Kreis zum oberen Platzbereich mit dem Sakristeieingang und dem Turm und im Westen bietet er in einem angefügten Zweidrittel-Rund mit erhöhter Mauer eine Ruhe- und Verweilzone. Die Mitte des großen Kreises wird in der Weihnachtszeit vom Lichterbaum geschmückt; in der Osternacht entzünden wir hier das neue Feuer. Im oberen Platzbereich ist der Altarsockel unserer alten Kirche aufgestellt. Heute trägt er das fünf Meter hohe Kreuz, das wir seit 1980 zusammen mit den evangelischen Christen am Karfreitag durch Schortens tragen.  
Das  P o r t a l   unserer Kirche hat eine schwere Eichentür, die von außen mit zweihundertjährigem
Kupferblech beschlagen ist. Einst hat es das Dach des Domes von Münster gedeckt. Für manchen Besucher überraschend, findet sich als Türknauf und einziger Schmuck der Tür ein gehörnter Teufel. „Wenn man zu Gott will, muss man den Teufel in sich niederzwingen“, so der Künstler Heinrich G. Bücker aus Vellern, dem wir die stilvolle Ausstattung unserer Kirche verdanken. 
An der Innenseite findet sich entsprechend ein Engel als Türknauf. So sollen wir wieder hinausgehen: als gewandelte Menschen, die füreinander zum Engel  werden!